Chronik von Oberdünzebach
Erstellt von Dieter Kimm Oberdünzebach

Oberdünzebach und Niederdünzebach, heute Stadtteile von Eschwege, am Fuße des Schlierbachwaldes gelegen, tragen den selben Namen wie das aus dem Schlierbachswald kommende Bächlein, das in die Werra mündet. Die Namen der Ortschaften weisen schon auf eine jahrhundertealte Zusammengehörigkeit hin. Ihre Entstehung könnte im 9. bis 10. Jahrhundert liegen.
Bei der ersten Nennung von Dünzebach in einer Urkunde vom 21.05.1263 ging es um eine Hufe Land zwischen Thuncenbach und Owa gelegen (Niederdünzebach und Aue). (Hufe: Land eines Bauernhofes)
1308 wurden die Orte durch die Bezeichnung inferius Tunzebach erstmals in der schriftlichen Überlieferung unterschieden (inferius = tiefer gelegen). Niederdünzebach kann als das ältere Dorf angesehen werden.
1366 wird in der Mühlhäuser Chronik von einem Erdbeben zu Pfingsten berichtet, das eine halbe Stunde dauerte und noch in Eisenach zu verspüren war. Die Ausläufer des Bebens dürften auch unsere Gegend erreicht haben. In Mühlhausen wird von Rissen in Kirchen und anderen Gemäuern berichtet.
1368 wird von Räubern und Dieben berichtet, die die Gegend unsicher machten. Um diesem Treiben ein Ende zu bereiten, sind Verfolgung und Verurteilung von Räubern und Dieben in dem Landfriedensvertrag der Treffurter Ganerben von 24.08. festgeschrieben.
1385 brachten kriegerische Auseinandersetzungen von Mainz, Hessen und Thüringen viel Leid über das Werraland und hielten bis 1430 an. Dadurch entstanden in dieser Zeit viele Wüstungen. Dazu zählten auch Nieder- u. Oberdünzebach, die noch 1444 u. 1471 als Wüstung bezeichnet aber im Laufe der Jahre von den Bewohnern wieder aufgebaut wurden. Dagegen ging der Ort Schlierbach als Wüstung unter. Die verbliebenen Bewohner verließen nach und nach das Dorf und wurden in den umliegenden Ortschaften ansässig. Die Gemarkung kam zu Eschwege.
1394 breitete sich eine große Pestwelle über die Gegend aus.
1413 wird in den Jahren 1413, 1424, 1433 u. 1436 von Hungersnöten berichtet.
1433 wird Obirntünzebach erstmalig erwähnt. Am 7. Juni 1433 übertrugen die Herren von Duderstadt verschiedene Güter zu Nieder- und Oberdünzebach an das Augustinerkloster Eschwege.
1439 raffte eine Pestwelle große Teile der Bevölkerung weg.
1440 war ein strenger Winter, der eine Teuerung zur Folge hatte.
1443 wird von einer weiteren Teuerung berichtet.
1580 bis zum 30 jährigen Krieg war ein allmählicher, wirtschaftlicher Aufschwung im Werratal zu verzeichnen.
Gerichts- und Grundherren von Oberdünzebach waren die von Boyneburg-Honstein. Weitere boyneburgische Dörfer waren: Grandenborn, Hoheneiche, Langenhain, Netra, Niederdünzebach, Oetmannshausen, Rechtebach, Reichensachsen, Röhrda, Thurnhosbach und Wichmannshausen.

Oberdünzebach ist von seiner Lage her ein typisches Straßendorf. An der langgestreckten Dorfstraße bauten die Bewohner links und rechts ihre Häuser. Die meisten Einwohner, neben einigen Ackermännern, waren Handwerker und fanden Arbeit in Eschwege und Umgebung. Die Tagelöhner arbeiteten auf den Gütern, im Wegebau und im Wald. In landwirtschaftlichem Nebenerwerb erwirtschafteten einige ihre Grundnahrungsmittel.

Die Wasserversorgung erfolgte durch Ziehbrunnen. Es wird berichtet, dass zwei Ziehbrunnen in trockenen Jahren versiegten. Das Wasser musste dann vom „Molkenborn“, eine viertel Stunde vom Dorf entfernt, geholt werden. Auch der Dünzebach führte dann kein Wasser. Der Straßenname „Im Hungerborn” kann hierfür als Beweis gelten. Mit Hungerborn bezeichnete man Brunnen oder Quellen, die bei größerer Dürre versiegen und nicht das ganze Jahr Wasser spenden.

Den Schlierbachswald oberhalb Oberdünzebachs durchzog eine alte Handels- und Heeresstraße, die Alte Straße. Diese führte von Treffurt an Heldra vorbei, durch die Werrafurt bei Großburschla und durch den Schlierbachswald über Reichensachsen und Waldkappel nach Spangenberg. Auf ihr zogen die Treffurter Ritter zur Spangenburg. Die spätere Alte Mühlhäuser Straße führte von Mühlhausen über Wanfried, durch die Werrafurt Schwebda nach Nieder-, Oberdünzebach und Reichensachsen. Von dort aus bestanden Verbindungen nach Waldkappel / Kassel, Sooden-Allendorf und zur Nürnberger Straße, die durch das Ulfetal führte. Die Straßen waren jedoch in keinem guten Zustand.

Eschwege lag im Mittelalter abseits vom Verkehr. Eine Zollstation befand sich beim Dorfe Oberdünzebach an der Alten Mühlhäuser Straße. So sahen die Eschweger Stadtväter neidvoll auf diese Zollstation und baten in einem Schreiben vom 15.06.1578 den Landgrafen Wilhelm IV, „doch den Zoll von Tunzebach gegen Eschwege in die Stadt zu transferieren und die Fuhrleute dorthin fahren und zollen zu lassen”. Der Bitte wurde entsprochen und der Verkehr wandte sich nun immer mehr von der Alten Mühlhäuser Straße ab und der Stadt Eschwege, der neuen Talstraße über Schwebda, zu.

1585 gab es in Oberdünzebach 17 Haushaltungen mit 85 Einwohnern.
Der 30jährige Krieg (1618 – 1648) hinterließ auch in Dünzebach seine schrecklichen Spuren. Besonders im Jahre 1637 wurde hiesige Gegend von den Kroaten heimgesucht. In einer 1639 durchgeführten Bestandsaufnahme heißt es: es sind jetzt noch 11 Mann, früher waren es 24. 5 Mann sind noch bei ihren Häusern und 8 Witwen. 6 Mann haben Haus und Gut verlassen, sind fort gezogen. Viehbestand: 5 Pferde, 5 Kühe, 0 Schweine, 0 Schafe.
1732 Kirchenneubau nach Bauplänen des Kasseler Architekten Charles du Ry ersetzte Fachwerkkirche. Die Orgel aus dem Jahre 1842, von J. W. Schmerbach aus Frieda erbaut, musste 1970 durch eine Orgel der Firma Bosch, Kassel, ersetzt werden. Das Geläut bestand aus 2 kleinen Glocken, der Überlieferung nach stammt eine Glocke aus der Kirche des Dorfes Schlierbach, das ab dem 15. Jahrhundert nach und nach verlassen wurde. Die Glocke wurde etwa um 1450 gegossen und ist 1834 durch eine neue Glocke ersetzt worden und heute im Heimatmuseum Eschwege ausgestellt. Die 1834 erworbene Glocke wurde im ersten Weltkrieg eingeschmolzen. 1924 konnten durch Spenden 2 neue größere Glocken angeschafft werden. Die größere Glocke wurde 1942 eingeschmolzen. Sie konnte 1953 durch eine neue Glocke ersetzt werden. Sitz des Kirchspiels ist Niederdünzebach, Oberdünzebach und Aue sind Filialgemeinden.
1734 Totschlag im Schlierbachswald. Am 4. Mai ging die Witwe Ch. Bebendorf mit ihren Töchtern in den Stollmannsgraben, um Streu zu sammeln, als sie in ihrem Gehölz ihren Schwager Müller aus Weißenborn mit Helfer auf frischer Tat beim Roden von Baumstümpfen ertappte. Daraufhin beschimpfte Müller die Frauen. In rasender Wut überwältigten ihn die Töchter und schlugen ihn mit Müllers Axt nieder. Er verschied kurz nach Eintreffen eines Holzwagens. Der älteren Tochter gelang die Flucht nach Amsterdam. Die jüngere landete im Eschweger Gefängnis. Beide starben im Jahr 1737.
1747 gab es 42 Haushaltungen
1756 Der 7 jährige Krieg (1756-1763) brachte schwere Zeiten über das Land. Kassel war von den Franzosen besetzt und das Ganze Land von Erpressung heimgesucht.
1770 Zählte man 48 Häuser. In Gemeindebesitz befand sich: die Schule, das Hirtenhaus, sowie die Kirche. Die Einwohnerzahl war 274. nämlich 52 Männer, 59 Weiber, 75 Söhne, 82 Töchter, 3 Knechte, 3 Mägde. Erwerbstätige: 1 Leineweber u. Ackermann, 2 Tuchmacher, 1 Schmied, 1 Schneider, 2 Wirte, 3 Zimmerleute, 1 Kuhhirt, 6 Tagelöhner. In Adelich – Boyneburgischen Diensten: 1 Schultheis, 4 Gerichtsschöffen. Im Gemeindedienst: 2 Vorsteher, 1 Schulmeister, 3 Schäfer, 1 Kuhhirt u.1 Nachtwächter. An Haustieren: 19 Pferde, 39 Ochsen, 64 Kühe, 670 Schafe aufgeteilt in 3 Herden. Die Dorfschaft war „Zehnten“ frei. Es gab keine Leibeigenschaft. Die Fläche des Dorfes und der Feldflur betrug 1316 5/8 Ar.
1821 Bildung des Kreises Eschwege
1832 Von privat angekauftes Haus wird Schule. Es sind 100 Schulkinder, die von einem Lehrer unterrichtet werden.
1847 Im Hungerjahr 1847 gab der Kurfürstliche Landrat in mehreren Rundschreiben Anweisungen an die Gemeinden, um die Versorgung der Bedürftigen mit Nahrungsmitteln zu Gewährleisten. Im Schreiben vom 05.06. wurde angewiesen, dass das Brot nicht an die Käufer und Bedürftigen abgegeben werden durfte, bevor es 48 Stunden alt geworden war.
Im Schreiben vom 20.05. wurde bekannt gegeben, dass auf dem Rentereiboden in Reichensachsen 23 Casseler Viertel Erbsen und 100 Casseler Viertel Bohnen gelagert wurden. Diese konnten gegen Schuldanerkenntnisse der Gemeinden oder gegen bare Zahlung verabfolgt und zu Mehl gemahlen und zum Brotbacken benutzt werden.

Es wurde von einer Kartoffelkrankheit berichtet, deren Auftreten dem kurfürstlichen Landratsamt zu Eschwege gemeldet werden sollte.

1848 Der Preis für Roggen stieg auf das Dreifache des Normalpreises an. Ein Casseler Viertel kostete jetzt 11 Taler und 18 Silbergroschen ( das entspricht 4 Taler, 3 Silbergroschen pro Zentner.)
1854 zählte man 68 Häuser, 101 Familien mit 492 Personen
Erwerbstätige: Ackermänner, 5 Weißbinder, 4 Maurer, 2 Leineweber, 2 Schmiede, 2 Schneider, 4 Zimmerleute, 1 Wirt, 45 Tagelöhner
Viehbestand: 9 Pferde, 48 Ochsen, 85 Kühe, 80 Schweine, 725 Schafe
1875 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, als Nachfolger der Pflicht-Feuerwehr.
1894 Gründung des Männergesangvereins „Germania Oberdünzebach”
1910 waren 525 Einwohner gemeldet
1911 Gründung des Arbeiterturnvereins
1914 Fertigstellung des zweiklassigen Schulneubaus mit Lehrerwohnungen.
1915 Anschluss an die elektrische Stromversorgung
1921 Beendigung der 1912 begonnenen Flurbereinigung
Gesangverein Germania, jetzt als Gem. Chor nach dem 1. Weltkrieg
Verlegung einer Lichtleitung zum Festplatz.
Verkauf der alten Schule. Wegen der Inflation werden die Grund – u. Gebäudesteuer um das tausendfache des Vorjahrs erhöht. Gehälter u. Löhne werden angepasst.
1930 Zum Dreschen auf dem Festplatz wird der Dreschmachinenbesitzer P.Heckmann aus Eschwege verpflichtet.
1933 Gesangverein Germania, Gemischter Chor aufgelöst. Neubeginn als Männerchor.Auflösung des Arbeiterturnvereins, Neugründung als „Männerturnverein Jahn, Oberdünzebach”
1934 Die Wasserleitung ist fertiggestellt.
1937 Starkes Gewitter unterspült Wege im Boden, sie werden mit 60 Fuhren Schutt und Erde aufgefüllt. Durch Erlass des Landrats werden Maßnahmen zur Verschönerung des Ortes ergriffen.: Die Gestaltung der Vorgärten und das Anbringen von Blumenkästen an den Fenstern.
1938 Einrichtung eines Ernte – Kindergartens. Erneuerung der Hauptstraße mit einer wassergebundenen Decke.
1946 Neugründung des Turnvereins als TSV Oberdünzebach
1947 Gemischter Chor Oberdünzebach als Nachfolger des Männerchors
1951 Gründung der VDK – Ortsgruppe Oberdünzebach
Erneuerung der Dorfstraße
1954 Gründung des Schützenvereins
1957 Landwirtschaftlicher Wegeausbau aus Mitteln des Grünen Planes
1961 Gründung des Heimatvereins, 177 Häuser, 626 Einwohner
Bebauung an der Schlierbachstraße
1962 Ankauf von Land zur Bebauung durch die Gemeinde
Erweiterung der Wasserversorgung
Baubeginn in der Kantstraße
1963 Stadtwerke übernehmen Wasserleitung bis Kreuzung Ober- / Niederd.
1964 Erste Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden”
Baubeginn im Hungerborn
1965 Baubeginn im Falkenweg und in der Fichtestraße
Inbetriebnahme der Gefrieranlage. Das Gebäude wurde durch die Interessenten erbaut, pro Stunde wurden 2,80 DM vergütet, die bei dem Preis von 300 DM pro Gefrierfach verrechnet wurden. Es entstanden 50 Gefrierfächer und eine Großzelle für ausgeschlachtete Rinderhälften.
1966 Kanalisation und Bau der Kläranlage
1967 Ab 01.09. besuchen die Schulkinder die Humboldt – Schule in Eschwege
1968 Dorfstraßenausbau
1969 Bau des Löschwasserbehälters
Umbau des alten Schulgebäudes zum Verwaltungsgebäude
1970 Errichtung des Kinderspielplatzes
1971 Bestimmungsübergabe der Friedhofshalle. Erbaut durch freiwillige Helfer des Ortes.
1972 Am 01.01. wird Oberdünzebach mit 708 Einwohnern Stadtteil von Eschwege.
Abschluss der Flurbereinigung
1974 Durch Zusammenlegung der Kreise Eschwege und Witzenhausen und Hinzunahme der Stadt Sontra entstand der Werra – Meißner – Kreis.
1975 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr.
1977 Gründung des Landfrauenvereins
1980 Baubeginn im Neubaugebiet Auf der Hölle
1986 Fertigstellung des Schützenheims, 218 Häuser, 820 Einwohner
1989 Einweihung der Sporthalle für Nieder- und Oberdünzebach
1991 die Einwohnerzahl stieg auf 829
1994 100 Jahre Gesangverein „Germania Oberdünzebach“ Kommersabend am 14.05. im Landgasthaus Bierschenk.
1997 Baubeginn im Neubaugebiet Im Boden , 1.Bauabschnitt.
Ballonclub Werra-Meißner Eschwege gegründet.
1998 Erneuerung der Kanalisation, der Wasserleitung und Neuverlegung einer Gasleitung mit Hausanschlüssen in der Hauptstraße, Pflasterung der Bürgersteige und Teile der Straße im ersten Bauabschnitt. Verlegung der Gasleitung im Hungerborn
1999 Umbau der offen gestalteten Friedhofshalle in eine geschlossene Halle mit dem Anbau des Sargraumes durch Eigenleistung von 46 Helfern in insgesamt 1085 Stunden.
Verlegung der Gasleitung u. der Hausanschlüsse im Baugebiet Auf der Hölle.
2000 2. Bauabschnitt des Neubaugebietes Im Boden, mit den Straßen: Alte Mühlhäuser Landstraße, Karl-Zeuch-Straße, Zur Springröhre. Abschluss der Baumaßnahme Ende des Jahres, Baubeginn einiger Häuser in der K.Zeuch-Str.
Fertigstellung der Hauptstraße im Oberdorf mit allen Versorgungsleitungen im 2.Bauabschnitt, Neugestaltung des Aufgangs zur Kirche und des Vorplatzes mit angerähnlicher Pflasterung der Straße. Erweiterung der Friedhofshalle.
125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Oberdünzebach. Veranst. v. 01.bis 04. Juni.
2001 Bepflanzung mit ca. 100 Ahornbäumen, die Straßen: Zur Springröhre, Karl Zeuch – Straße, Alte Mühlhäuser Landstraße. Ca.30 Bäume sind eingegangen.
50 Jahrfeier der Ortsgruppe VDK Oberdünzebach am 24.03.im LGH Bierschenk. 90 Jahre TSV Oberdünzebach, Tag der offenen Sporthalle.06.05.
40 Jahrfeier des Heimatvereins Oberdünzebach am 18.o8. im Festzelt.
Einwohnerzahl 902. Das LGH Bierschenk wird saniert. Es sind die Fachwerk-
aufbauten bis auf die Gaststube im Erdgeschoss abgetragen und durch
neues Fachwerk ersetzt worden. Hierdurch konnten die Decken der Gästezimmer auf Normalhöhe angehoben und eine bessere Raumaufteilung erreicht werden.
2002 Die Gemeinschafts- Gefrieranlage gegenüber des Friedhofes ist aufgelöst. Das Gebäude wird von der Feuerwehr genutzt.(dem Kinderfestausschuss überlas.)
Der Gesangverein „Germania Oberdünzebach“ gegr. 1894, ist aufgelöst.
Der Landfrauenverein Oberdünzebach besteht 25 Jahre.
Nachpflanzung von ca. 30 Ahornbäumen die eingegangen waren
2003 Ein Kinderspielplatz mit Spielgeräten ist auf dem Gartengelände der ehemaligen Schule angelegt worden. Ein Lattenzaun sichert den Spielplatz zur Straße hin. Vor dem Spielplatz wird ein Parkplatz für Besucher des Gemeinschaftshauses und ein Fußweg zu diesem angelegt.
An den Dorfstraßen sind Zone 30 Schilder aufgestellt worden.
Ende Juni – Anfang Juli ist innerhalb von vierzehn Tagen bei einem Neubau der Giebel samt Baugerüst zwei mal vom Sturm umgerissen worden
2004 Eine Gasleitung mit Hausanschlüssen ist in der Schlierbachstraße verlegt worden. An der Straße nach Weißenborn ca. 500 Meter oberhalb des Dorfes errichtet Landwirt Thiele – Degenhardt einen Schweineaufzuchtbetrieb. Mit den Verlegen der Versorgungsleitungen und den Erdarbeiten ist im April begonnen worden. Die Planung für den Umbau bzw. die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses kann beginnen. Hierfür hat der Planungsausschuss der Stadt Grünes Licht gegeben.
2005 Nach mehrjähriger Bauzeit ist von einem Privatinvestor im Schlierbach die Gaststätte „Forsthaus Schlierbach“ eröffnet worden. Die Gaststätte ist in Fachwerkbauweise über dem vorhandenen Fundament des abgebrannten Lokals errichtet. Der Bauherr, ein pensionierter Ingenieur, hat die Bauarbeiten in Eigenleistung erbracht und bewirtschaftet die Gaststätte mit seiner Lebensgefährtin.
2006 In der Nacht zum Dienstag den 2.Mai gegen 1.30Uhr, ertönten die Sirenen und riefen die Feuerwehr zu einem Brand im Oberdorf. In der Hauptstraße 96 brannte ein Schuppen der als Waschküche diente. Da der Schuppen nicht mehr zu retten war, war die Feuerwehr bemüht das Übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Wohnhäuser zu verhindern. Die Brandursache könnte ein defekter Wäschetrockner gewesen sein. Die Höhe des Brandschadens wurde auf 20.000 Euro geschätzt.
2007 Die Temperaturen im Januar von 5 – 10 Grad C sind unnormal hoch. Auch im Dezember hatte es wegen der milden Witterung nicht geschneit. Ein Tiefdruckgebiet ließ einen Orkan entstehen der aus südwestlicher Richtung, mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu190 km / h, am Donnerstag den 18.01über ganz Deutschland hinweg zog.

Es wurden den ganzen Tag Sturmwarnungen herausgegeben. Bäume wurden umgeweht, LKWs umgeblasen, der Zugverkehr wurde eingestellt. In Eschwege und Oberdünzebach hielt sich der Schaden in Grenzen. Einige Ziegeln wurden von den Dächern geblasen und Bäume entwurzelt.
Steigende Energiepreise haben einige Hausbesitzer zum Anlass genommen, auf ihren Dächern Fotovoltaikanlagen zur Einspeisung des Stroms ins Ortsnetz zu installieren. Hierfür gibt es staatliche Förderung.

2008 Die Nachbargemeinde Niederdünzebach feiert in diesem Jahr vom 4.bis 12. Mai ihr 700 jähriges Bestehen. In einer Urkunde vom 13.01.1308 ist der Ortsname inferius Tunzebach angegeben. Oberdünzebach wird erstmals in einer Urkunde vom 07. Juni 1433 als Obirntünzebach genannt.
2009 Am Samstag den 20.09. gegen 20.00 Uhr ertönt die Sirene. Die Feuerwehren Oberdünzebach und Eschwege rücken aus, um den Brand eines Maschinenschuppens unterhalb des Friedhofs auf dem Anwesen des Landwirts Meister zu löschen. Der offene Schuppenteil brennt völlig nieder. Der massive Stallteil bleibt erhalten. Die Polizei vermutet Brandstiftung.
2010 Im März können nun die Umbauarbeiten im ehemaligen Schulhaus zum Gemeinschaftshaus begonnen werden. Ein Schornstein wird komplett abgetragen. Es entsteht ein großer Saal mit ebenerdigem Zugang über eine Rampe. Die ehemalige Wohnung wird für das Büro des Ortsvorstehers und für Sozialräume umgebaut. Am 18.12.10 ist nach beendeten Umbauarbeiten die Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister Heppe an den Ortsvorsteher Hartig. Eine Küche mit Geschirr für ca. 80 Personen ist vorhanden. Die Räume des Ortsvorstehers liegen zur Straße hin; hier befindet sich auch die Bücherei.

Im März wird von den Vogelschutzbeauftragten der Stadt Eschwege ein Schwalbenhaus gegenüber der Bushaltestelle Schlierbachstraße errichtet. An einem Stahlrohr ist ein Walmdach montiert an dessen Unterseite sechzig Schwalbennester aus Sand, Sägemehl und Zement angebracht sind. Nun hoffen wir, dass bei der Rückkehr der Schwalben die Nester angenommen werden.

2011 Der Turn – u. Sportverein 1911 Oberdünzebach feiert vom 20. bis 22.Mai im Festzelt bei der Turnhalle sein 100 jähriges Vereinsjubiläum. Während des Festkommerses am Freitagabend haben die einzelnen Abteilungen Gelegenheit ihre Darbietungen vorzuführen. In einer Sonderbeilage der WR werden die Höhepunkte der 100 jährigen Vereinsgeschichte aufgezeigt. Grußworte von Vertretern des öffentlichen Lebens sind den Aufzeichnungen vorangestellt.

Das im März 2010 errichtete Schwalbenhaus in der Schlierbachstraße ist auch 2011 von den Schwalben nicht angenommen worden.
Am Freitagabend, den 11.11. ertönt die Sirene gegen 22. 30 Uhr, ein Lagerschuppen der ehemaligen Schreinerei Herboldt steht beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in hellen Flammen. Es wird Brandstiftung vermutet. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf 50.000 €.

2012 Ein Dorfentwicklungsprogramm 2012 bis 2021 wird aufgelegt. Hausbesitzer können sich über Sanierungshilfen beraten lassen.
2013 Nach schönen Tagen im Februar ist im März nichts vom Frühlingsanfang zu spüren. Eine Kältewelle zieht von Sibirien bis zum Mittelmeer und bringt viel Schnee mit sich. Tagelanger kalter Ostwind sorgt mancherorts für Schneeverwehungen. Die Meteorologen sprechen von einem viel zu kalten März. Später regnet es ununterbrochen und in Ostdeutschland treten die Flüsse über die Ufer und überschwemmen ganze Ortschaften.

Mit der Zeit breitet sich eine Hitzewelle aus, es regnet nicht und die Trockenheit und Dürre machen Mensch und Tier zu schaffen. Anfang August ziehen schwere Gewitter über das Land, entwurzeln Bäume und lassen in kurzer Zeit Keller und Straßen überfluten. Die Eschweger Gegend ist weitgehend von den Unwettern verschont geblieben.

Die Hochspannungsfreileitung entlang der alten Mühlhäuser Straße bis zum Schießstand wird in Erdkabel verlegt. Die Freileitung von der Springröhre nach Eschwege ist entfernt worden.

2014 Einige leer stehende Wohnhäuser sind zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben. Die „ Alte Herrenabteilung“ des Turnvereins feiert Ende März im Dorfgemeinschaftshaus ihr vierzigjähriges Jubiläum.
Mit einer Fahrt auf dem Werratalsee begingen die „ Reifen Damen“ des Turnvereins, die „Woopies“ ihr 25 jähr. Jubiläum.Die Stadtwerke entfernen in der Hauptstraße an den Bogenlampen die Neonleuchten und bringen LED Leuchten an. Zuvor sind schon LED Leuchtköpfe an den anderen Straßenlaternen angebracht worden.
2015 Eine Trockenheit durch fehlende Niederschläge in den Monaten April, Mai, Juni und Juli bereiten den Landwirten Sorgen. Es wird daher mit Ernteausfällen gerechnet. Erst im August regnete es ausgiebig. Sanierungsarbeiten an den Abwasserkanälen im Hungerborn und der Schlierbachstraße werden durchgeführt.

Quellenverzeichnis:

Nieder u. Oberdünzebach bei Eschwege, Siedlungsgeschichte des Eschweger Beckens von Dr. Karl Kollmann.

Nieder – und Oberdünzebach im Wandel der Jahrhunderte, Dr. Hans Lerch.

Das Hessische Mannschaftsregister von 1639, Hilmar Milbradt.

Geschichte der Stadt Eschwege, 1993, Dr. Karl Kollmann.

250 Jahre Kirche zu Oberdünzebach, E. Krüger.

Eschweger Geschichtsblätter 10 / 1999,und 24 / 2013. Geschichtsverein Eschwege.

700 Jahre Rambach.

1200 Jahre Altenburschla

Protokollbücher der Gemeinde Oberdünzebach.

Rechnungsbuch von Land-u. Gastwirt Johannes Zeuch Oberdünzebach.

Aufzeichnungen von Dieter Kimm Oberdünzebach.

Datenergänzungen von Ernst Hartig